Der Gemeinde  Wustermark würde eine Finanzspritze sehr gelegen kommen. Diese scheint nun in greifbarer Nähe gekommen zu sein. Der Firma Advanced Power plant im GVZ Wustermark ein GuD-Kraftwerk zu errichten. Dieses soll eine Leistung von von 1.200- 1.300 MW haben. Rund 7 Mio. Euro würde die Gemeinde Wustermark dafür erhalten. Eine Geldregen, über die sich der momentane Bürgermeister, Herr Drees, sehr freuen würde.

Problematisch sind bei dem geplanten GuD-Kraftwerk besonders die Umweltaspekte und die Nähe zu dem nächsten Wohngebiet. Rund 450m sind es bis zur ersten Siedlung. Laut den Abstandsrichtlinien des Landes Brandenburg, sollte ein Abstand von 1.500 m nicht unterschritten werden.  Die Problematik der Kühlwasserversorgung konnte Herr Sigmund von Advanced Power bei einer Gemeindeversammlung am 30.11.09 in Brieselang auch nicht zufriedenstellend beantworten. Rund 1.500 m³ Liter Kühlwasser  pro Stunde werden benötigt. Diese sollen aus dem Havelkanal entnommen und wieder zurückgeführt werden. Durch diese hohe Wasserentnahme könnte es durchaus geschehen, dass der Kanal rückwärts laufen könnte, das der Havelkanal kein fließendes Gewässer ist. Auch die Entnahme aus dem Grundwasser ist problematisch. Eine Senkung des Grundwasserspiegels könnte Auswirkungen auf die Brunnen haben.

Die Entscheidung ein Gaskraftwerk an diesem Ort zu errichten, ist erneut ein Paradebeispiel für das Übergehen von Bürgerinteressen. Es wurde im Vorfeld kein Meinungsbild gesucht. Der Bürger wurde vor Vollendete Tatsachen gestellt. Dieses Verhalten der Gemeindervertretung und des Bürgermeisters hatte auch zur Folge, dass Gemeindevertreter sich einer Bürgerinitiative angeschlossen haben.

Aufgrund des geplanten Baus soll auch der Bebauungsplan geändert werde. Das GVZ Wustermark würde demnach ein Industriegebiet werden, welches die Ansiedlung weiterer Industrieanlagen ermöglichen würde.

Folgende Fragen und Probleme stehen unbeantwortet im Raum:

  • Umweltbelastung durch den CO2-Ausstoß (lt. Aussage des Hr. David Barber pro Jahr ca.1,5 Mill. Tonnen CO2 )
  • Das nächste Wohngebiet ist nur 450 m entfernt
  • CCS (CO2-Abscheidung und -Speicherung) geplant?-  CCS wird von der Piratenpartei abgelehnt. Nähere Infos : AG-Umwelt
  • Kühlwasserentnahme: Senkt sich dadurch der Grundwasserspiegel (Auswirkungen auf private Brunnen)
  • Auswirkungen Kühlwasserentnahme aus den Havelkanal (Der Havelkanal ist kein fließendes Gewässer)
  • Nutzung der Abwärme mittels Kraft-Wärme-Kopplung?
  • Lärmemission
  • Korrosion durch den austretenden Wasserdampf für die nähere Umgebung.
  • Lichtemission
  • Anbindung an das Umspannwerk
  • Alternative Standorte

Herr Drees und die Firma Advanced Power haben aber nicht mit dem Widerstand der Bürger gerechnet. Innerhalb kurzer Zeit hat sich eine Bürgerinitiative gegen das geplante GuD-Kraftwerk gebildet. Dieser Bürgerinitiative gehören nicht nur Wustermarker an. Auch Einwohner der Nachbargemeinde Brieselang beteiligen sich.

Ansprechpartner der BI sind:

  • Sprecher der BI: Herr Fred Arras
  • Ansprechpartnerin für Zeestow: Frau Michaela Belter
  • Ansprechpartner für Dyrotz: Herr Volker Zülz
  • Ansprechpartner für die Friedrich-Rumpf-Straße: Herr Uwe Jürgens

Man darf sich auch fragen, warum die Brandenburger Regierung nicht mehr auf Nachhaltige Energie setzt. Österreich macht es uns mit dem Güssing-Konzept vor. Energieautarke Versorgung und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Solar und Biomasse-Kraftwerk heißen die Zauberworte. Aber warum Geld in kommunale Kraftwerke investieren, die grünen Strom produzieren, wenn ein großes Kraftwerk dieses auch kann? Der Faktor Umwelt ist wohl vernachlässigbar. Die einzigen Argumente, welche für Gaskraftwerke sprechen, sind die Errichtungkosten und das Prestige. Meins ist größer. Die Natur und der Mensch bleiben dabei auf der Strecke. Auch die Stärkung der Kommunen durch Energieautarke Versorgung ist wohl kein politisches Ziel. Die Kommune würde durch die eigene Produktion sogar Geld verdienen. Das positive Image, als umweltfreundliche Gemeinde dazustehen, möchte wohl auch keiner haben. Die Piratenpartei setzt sich für eine Energieautarke Versorgung der Kommunen ein.

Die Presse über das geplante Gaskraftwerk: