“Die Zeit für einen Neubau ist überreif. Beengte Räume und fehlender Platz auf dem Schulhof verschärfen die Konflikte zwischen den Schülerinnen und Schülern und behindern die Kinder in ihrer Lernentwicklung”, so Heydt weiter. “Die PIRATEN in Nauen hoffen, dass jetzt, wo bald der letzte Bürgersteig neu gepflastert ist, der Bürgermeister aus seinem schulpolitischen Dornröschenschlaf erwacht und endlich seiner Verantwortung als Schulträger gerecht wird.”
Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um den integrativen Unterricht ist das Bekenntnis der Stadt zur Regenbogenschule als Förderschule des Landkreises völlig unangebracht. Die Förderschule in Brandenburg ist gescheitert – Brandenburg ist mit großem Abstand das Bundesland mit den meisten Schulabgängern ohne ordentlichen Schulabschluss. An Brandenburger Förderschulen wird oftmals gar kein Abschluss für das Kind angestrebt. Klartext: Es werden Schüler der ersten und zweiten Klasse von den städtischen Grundschulen an die Förderschule verwiesen, weil sie nicht ins vorherrschende frontale Unterrichtsschema passen. Damit ist bereits vorgezeichnet, dass diese Kinder zehn Jahre später ohne Schulabschluss ins Berufsleben starten müssen.
Aufgrund einer Vielzahl von Beschwerden seitens Elternvertretern aus den verschiedenen Grundschulen muss generell die Frage nach dem im § 3 des Schulgesetzes verankerten Bildungsrecht der Kinder auf individuelle Förderung gestellt werden. Den größten Teil der Zeit verbringen unsere Kinder nach wie vor im altbekannten Frage-Antwort-Spiel mit dem Lehrer oder allein über ihre Aufgabenblätter gebeugt. Die Nauener Grundschulen scheinen weitestgehend immun gegen die Erkenntnisse aus 20 Jahren theoretischer Schulforschung und praktischer Schulentwicklung zu sein. “In Reih und Glied aufgestellte Pulte zeigen deutlich, dass eine Kommunikation der Schülerinnen und Schüler im Lernprozess nicht gewünscht ist. Die Entwicklung sozialer und kommunikativer Fähigkeiten wird vorsätzlich gehemmt. Wir PIRATEN glauben, dass Kinder besser miteinander als nebeneinander lernen können. Es darf auch mal über den eigenen Tellerrand geschaut werden.” so Heydt.
Hinzu kommen erhebliche Defizite im Englisch-Unterricht und im Umgang mit Computern. Nur weil Brandenburger Schülerinnen und Schüler bundesweit die schlechtesten Englischkenntnisse haben, muss es an unseren Schulen ja nicht genauso sein, wie die Beispiele des Leonardo da Vinci Campus in Nauen oder der Europagrundschule in Falkensee beweisen. Und wenn sich im Jahr 2011 noch drei Kinder einen Computer im Unterricht teilen müssen, fragen wir PIRATEN uns, ob der Stadt, als für die Ausstattung verantwortlichem Träger, überhaupt etwas an den Zukunftschancen unserer Kinder liegt.
Der Piratenpartei geht es nicht um einen zusätzlichen Satz neuer Computer hier oder einen Anbau da, sondern um eine bewusste Neuausrichtung der Nauener Schullandschaft. “Wir brauchen keine Flickschusterei im Hinterzimmer, sondern eine breit angelegte öffentliche Debatte unter Einbeziehung aller Betroffenen um die Zukunft unserer Schulen. Im Zweifel werden die Bürgerinnen und Bürger bei der nächsten Kommunalwahl entscheiden, wie viel ihnen die Bildung ihrer Kinder wert ist.”, so Raimond Heydt.
Die Piratenpartei lädt alle am Thema Bildung interessierten Menschen am 24. November 2011, um 19:00 Uhr zu einem Arbeitstreffen “Zukunft der Schule – Schule der Zukunft” in die Mittelstraße 47 nach Nauen ein.
Für Rückfragen stehe ich gerne zu Verfügung.
Raimond Heydt
mobil 0160-4399488
email r.heydt@piratenbrandenburg.de